Medienberichte
LID
16.12.2025
Weihnachtsbaum aus dem Wald – legal, gratis und als Familienerlebnis
Mit der Säge im verschneiten Wald den eigenen Weihnachtsbaum aussuchen und gleich selber fällen: Was sonst verboten wäre, machte die IG Truberwald am vergangenen Wochenende zum dritten Mal möglich – als Aktion für die Bevölkerung und als Schaufenster für den regionalen Rohstoff Wald.
Zuletzt aktualisiert am 16. Dezember 2025
von Renate Hodel
Treffpunkt für die Aktion war wie schon in den Vorjahren der Viehschauplatz in Fankhaus in der Emmentaler Gemeinde Trub. Von dort ging es – einzeln oder als Familie – in Begleitung von Waldbesitzern und IG-Mitgliedern in ausgewählte Waldabschnitte. «Wir wollten etwas anbieten für die breite Bevölkerung, um sie zu informieren, um ihnen den Wald näherzubringen», sagt Hans Siegenthaler von der IG Truberwald.
Jungwuchs raus, Erlebnis rein
Die Bäume stammen nicht aus Plantagen, sondern aus Bereichen, wo eine Entnahme ohnehin sinnvoll ist – etwa an Waldrändern, entlang von Strassen und Wegen oder an Böschungen. Die Standorte würden vorgängig mit Förster und Waldbesitzern festgelegt, damit der Eingriff waldbaulich passt.
Die Besucherinnen und Besucher konnten sich dann vor Ort ein passendes Exemplar auswählen: «Vom Minibäumchen fürs Kinderzimmer bis zur grösseren Truber Fichte fürs Wohnzimmer», so Hans Siegenthaler. Perfektion steht nicht im Vordergrund, denn die zur Verfügung stehenden Bäumchen sind nicht perfekt, sondern vielleicht ungleichmässig oder etwas krumm – das Erlebnis zählt.
Mehr Andrang – und ein Limit der Betreuung
Die Aktion kommt gut an und wächst: Dieses Jahr seien «ungefähr 75 Bäume» nötig gewesen, sagt Hans Siegenthaler. Organisatorisch ist das eine Herausforderung, weil die IG auf eine enge Begleitung setzt: «Wir haben eine 1-zu-1-Betreuung und begleiten alle beim Auswählen und Schneiden ihrer Weihnachtsbäume.» Mit zwölf bis fünfzehn «Baumschneidern» – meist Waldbesitzer oder IG-Mitglieder – sei das in der aktuellen Form «recht aufwendig» und kaum beliebig skalierbar, auch wenn «die Nachfrage und das Potential riesig» wäre.
Gratisbaum und Glühwein
Wie schon bisher waren die Bäume gratis – eine Spendenkasse stand bereit. Dazu gab es Glühwein, Punsch und Würste vom Grill: Ein vorweihnächtlicher Anlass, der den Kontakt zwischen Waldleuten und Bevölkerung fördert. Die Rückmeldungen seien «durchwegs positiv», sagt Hans Siegenthaler. Vielen sei wichtig, «einen nachhaltigen Baum direkt aus dem Wald» zu holen – und für Kinder sei es «wirklich cool», wenn sie den Baum selber aussuchen und absägen dürfen.
Wald als regionaler Rohstoff
Die Weihnachtsbaumaktion ist für die IG Truberwald mehr als ein sympathischer Adventsanlass: Sie ist PR für die Idee, die Ressource Wald in der Region möglichst vollständig zu nutzen – von der Bewirtschaftung bis zur Verarbeitung und Wertschöpfung. Entstanden ist die IG unter anderem aus dem Anspruch, bei Um- und Neubauten in der Region Trub konsequent Holz aus dem Truberwald zu verbauen.
Quelle: https://www.lid.ch/artikel/weihnachtsbaum-aus-dem-wald-legal-gratis-und-als-familienerlebnis
Wochenzeitung
21.12.2023
Gratis-Tannenbaum und ein Erlebnis
Trub: Sich selber im Wald einen Tannenbaum absägen. Was normalerweise verboten ist, konnte man kürzlich ganz legal und erst noch gratis tun. Die IG Truberwald lud dazu ein.
«Wir wollten etwas für die breite Bevölkerung tun und diese in den Wald bringen», sagt Hans Siegenthaler von der IG Truberwald. Und da sich viele Leute an Weihnachten mit einem Tannenbaum ein kleines Stückchen Wald in die Stube holen, fand die Aktion gut eine Woche vor Heiligabend statt. Rund 20 Familien hätten sich angemeldet, gekommen seien doppelt so viele, sagt Siegenthaler. Sie fanden sich letzten Samstag auf dem Viehschauplatz in Fankhaus ein. Von dort aus gingen sie einzeln oder als Familie mit einem der Waldbesitzer in dessen Wald. «Vorgängig haben wir mit dem Revierförster geschaut, wo welche Bäumchen geschlagen werden können», erklärt Siegenthaler. Dies sei etwa an Waldrändern oder Wegböschungen der Fall gewesen, an Stellen, wo man die Tannen in nächster Zeit sowieso hätte entfernen müssen. Die Leute konnten dann ein für sie passendes Exemplar auswählen und es – wenn gewünscht – auch selber absägen. Da sei vom Mini-Bäumchen fürs Kinderzimmer bis zur fünf Meter grossen Tanne alles dabei gewesen, erzählt Siegenthaler. «Das Aussehen der Bäume war bei dieser Aktion zweitrangig. Sie waren nicht perfekt, sondern vielleicht ungleichmässig oder etwas krumm.» Gezählt habe vielmehr das Erlebnis. Manche Leute haben sich aber auch bei den bereits geschnittenen Bäumen bedient, welche die Mitglieder der IG vorbereitet hatten. So oder so waren sie gratis, es stand ein Spenden-Kässeli bereit. Und es gab auch etwas zu trinken und eine Wurst.
Es begann mit dem Schulhausbau
In der IG Truberwald haben sich Waldbesitzer und Holzverarbeiter zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, die einheimische Ressource Wald besser zu nutzen, die Wertschöpfung in der Region zu stärken und damit die Waldbewirtschaftung sicherzustellen. Auslöser für die Gründung war der Um- und Neubau des Schulhauses und der Turnhalle in Trub. Ziel der IG war es, ausschliesslich Holz aus dem Truberwald zu verbauen. Dies konnte erreicht werden.
21.12.2023 :: Silvia Wullschläger (sws)
https://www.wochen-zeitung.ch/d/id/65871/t/Gratis-Tannenbaum-und-ein-Erlebnis

BZ-Bericht vom
18.11.2021
BZ-Bericht vom
21.10.2020







